#105 - Welche Geschichte erzählst du über dich selbst?
Shownotes
In dieser Folge spreche ich darüber, welche Geschichten wir über uns selbst erzählen und warum genau diese inneren Drehbücher oft darüber entscheiden, ob wir uns klein halten oder weiterentwickeln. Du erfährst, was hinter dem Begriff „Narrative Identität“ steckt und wie du anfangen kannst, dein eigenes Drehbuch neu zu schreiben, gerade in Momenten voller Selbstzweifel. Ich teile persönliche Erfahrungen und konkrete Reflexionsfragen.
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00:00:00: In der heutigen Folge spreche ich über das Thema, welche Geschichte erzählst du über dich selber?
00:00:08: Über dein Leben die dich schwächt.
00:00:13: Stell dir vor, du bekommst eine Absage!
00:00:16: Du hast dich vorher beworben.
00:00:18: Das kann eine Stelle sein ein Projekt und du bekomme seine Absage.
00:00:22: Was ist denn so?
00:00:23: der erste Satz, den du dir selbst sagst?
00:00:27: Ist es denn sowas wie Ja klar Ich wusste ja, dass ich das nicht kann.
00:00:32: Ja klar!
00:00:33: Ich habe so ein schlechtes Bewerbungsgespräch geführt oder?
00:00:37: Ja klar mein Lebenslauf ist halt nicht so einen Vorzeige-Lebenslauf und damit bekomme ich nie meinen Traumjob.
00:00:48: So.
00:00:48: das waren jetzt schon einige Geschichten die du über dich selber erzählen könntest.
00:00:54: Und die Frage es immer... Ist denn diese Geschichte wahr...?
00:00:59: oder ist sie einfach nur vertraut?
00:01:03: Und das bin ich ganz spannend, denn diese Geschichten die wir uns selber erzählen.
00:01:09: Ich nenne Sie gerne auch verstaubte Drehbüche- oder Heimatfilme weil sie uns eben vertrauts sind wie die Heimat doch sie sind nicht unbedingt wahr.
00:01:21: Deswegen ist es ja auch so gefährlich zu sagen Das kann ich nicht.
00:01:26: Hier würde es schon helfen und unterstützen zu sagen, das kann ich noch nicht.
00:01:34: Oder zu sagen bis vor zehn Sekunden konnte ich das noch nicht!
00:01:41: Das was sich Heimatfilm oder Verstaubtes Drehbuch nenne hat auch einen wunderschönen Begriff und zwar – das nennt man die narrative Identität.
00:01:53: Was bedeutet das?
00:01:55: Narrativ kommt von narare aus dem Latein und bedeutet erzählen.
00:02:01: Also welche narrativer Identität habe ich, die Identität, die ich über mich selber erzähle?
00:02:09: Wir sind keine neutralen Beobachter unseres Lebens sondern wir selber sind die Autoren!
00:02:14: Und wir wählen aus was ist jetzt wichtig und was ist typisch für mich oder auch was ist mir gelungen?
00:02:26: Muster.
00:02:27: Und deswegen suchen wir immer wieder die Bestätigung mit einer Geschichte, die wir bereits kennen wo uns zum Beispiel auch etwas nicht gelungen ist und das setzt sich dann über Jahre fest in uns selber!
00:02:43: Es kann sein dass du neunzig Prozent deines Lebens wunderbare Sachen erlebst und auch vieles vieles meisterst und diese zehn Prozent die dir nicht gelingen sind setzen sich fest.
00:02:57: Und dann erzählen wir immer wieder die Story, wieso ich etwas nicht kann und wieso es mir nicht gelingen kann.
00:03:04: Also wie versuchen das immer wieder uns selber zu beweisen?
00:03:07: Die Gefahr könnte sein dass wir damit auch bestimmte Situationen vermeiden.
00:03:13: Das ist ja auch eine super Ausrede zu sagen Ja!
00:03:16: Ich bin halt nicht der Typ, der sich durchsetzt.
00:03:19: Das sind ja Super-Stories,
00:03:20: d.h.,
00:03:21: Ich habe immer wieder die Entschuldigung, wieso mir etwas in einer ganz bestimmten Situation nicht gelingt.
00:03:28: Woher kommt denn dieser Satz zum Beispiel?
00:03:30: ich bin halt nicht der Typ das sich durchsetzt.
00:03:33: Es kann sein dass uns das früher irgendjemand mal gesagt hat Das können Eltern sein, das können Freundinnen sein, Lehrer... Das kannst du nicht!
00:03:42: Du bist zu blöd!
00:03:44: Du wirst nie einen Beruf ausüben können.
00:03:47: Und dann nehmen wir diesen Satz, denn wir kennen der uns super, super vertraut ist und nutzen den für uns selber als Entschuldigung.
00:03:55: Dass wir etwas nicht ausprobieren oder dass wir uns nicht weiterentwickeln können.
00:04:01: damit gebe ich mir selber keine Chance und da geht es nicht nur um mich selbst sondern auch um bestimmte Situationen gerade wenn sie konflikthaft sind.
00:04:12: Wenn ich zum Beispiel die Haltung habe Ich gehe rein in ein Gespräch Und es macht eh keinen Sinn.
00:04:17: Dann ist das eine Geschichte, die ich schon im Kopf habe – Ich gebe mir und dem Gegenüber keine Chance!
00:04:26: Ich möchte gerne über diese narrative Identität sprechen, die uns selber schwächt.
00:04:31: Es gibt genauso einen, der uns eben selbst stärkt.
00:04:36: Damit dich dieses narrativen Stück weit auch entlarven kann, ist es so wichtig immer wieder zu reflektieren Denn erst da erkenne ich, wer ich wirklich bin oder was mir gelungen ist.
00:04:51: Es geht immer wieder um diese Überwindung von der negativen Haltung uns selbst gegenüber!
00:04:57: Ich kann meine Schätze, meine persönlichen Schätze erst dann erkennen und anerkennen wenn ich wirklich anfange zu reflektieren.
00:05:06: Sonst sind wir in diesem reflexhaften – das schaffe ich eh nicht, mir gelingt nichts im Leben.
00:05:12: Ich möchte dir gerne einfach mal ein Beispiel geben, damit du weißt was ich meine.
00:05:17: Zwei Personen verlieren beide ihren Job doch sie gehen ganz anders damit um.
00:05:23: denn Person A denkt sich mir passiert sowas immer!
00:05:28: Ich bin unschuldig und das ist echt ungerecht.
00:05:31: wieso habe ich diesen Job verloren?
00:05:34: Das heißt die ist hilflos und passiv dadurch Denn die Verantwortung gibt Sie ab.
00:05:40: Dann die Person B. Die hat ein anderes Narrativ, eine andere Erzählung wie sie auf sich und auch auf das Leben schaut.
00:05:49: Die Person B hat genauso den Job verloren Und Sie sagt sich okay Das könnte jetzt einen Wendepunkt sein in meinem Leben.
00:05:59: Ich nehme das als Möglichkeit wirklich zu überlegen Was ist mir wichtig beim nächsten Job?
00:06:05: Auf was möchte ich achten?
00:06:07: Welche Werte sind mir wichtig?
00:06:10: wird die Person B zur Autorin ihrer Geschichte.
00:06:15: Da geht es nicht darum zu sagen, dass ist naiv oder positiv denkend sondern es geht darum in eine Handlungsfähigkeit zu kommen und sein eigenes Drehbuch zu schreiben.
00:06:27: Das habe ich sicher auch öfters schon erzählt im Podcast.
00:06:31: Ich hab ja selber den Lockdown erlebt als Selbständige Und das war für mich auch erstmal ein.
00:06:39: Der Boden ist weg unter meinen Füßen.
00:06:42: Absolute Krise für mich?
00:06:44: Ich hatte denn Eindruck, mein ganzes Lebenswerk ist futsch weg auf einen Schlag!
00:06:52: Und das könnte man wirklich gleich setzen mit einer Kündigung und ich hatte ja auch finanziell keinen Auffangbecken – gar nix.
00:07:00: Also am Anfang war es wirklich ein ganz tiefer Schock und dann habe ich relativ schnell angefangen logischerweise auch meine eigenen Tools anzuwenden und zu schauen, okay wer kann mich unterstützen?
00:07:11: Ich habe mir dann auch ein Coaching geholt.
00:07:13: Und was bedeutet das jetzt für mich?
00:07:17: Ich hab' jetzt die Möglichkeit, mich neu zu erfinden!
00:07:22: Dann habe ich angefangen, die digitale Welt zu erkunden – und das war genial!
00:07:28: Ich habe gemerkt, wow, die Digitale Bühne hat so viele Möglichkeiten und deswegen habe ich ja auch angefangen diesen Podcast zu machen.
00:07:37: Das war für mich eine riesen Chance.
00:07:40: Und das war mein Drehbuch damals!
00:07:43: Ich habe plötzlich ganz viele Möglichkeiten statt in die Krise abzutauchen und nur die Wunden zu lecken.
00:07:53: Natürlich hab ich ein paar Wochen meine Wunden geleckt, dass ist wichtig, dazu anerkennen und zu sagen ja, ich bin echt am Boden zerstört um dann wieder aufzustehen und so sagen okay was ist jetzt hier alles möglich?
00:08:07: Und dieser Satz, was ist hier alles möglich?
00:08:09: war für mich wirklich ein Leitsatz.
00:08:12: Welche Geschichte möchte ich jetzt schreiben?
00:08:14: Welches Drehbuch möchte ich schreiben?
00:08:17: welche narrative Identität möchte ich gerne annehmen?
00:08:22: und hier kommt der leise lady to go.
00:08:25: Ich möchte dir gerne ein paar Fragen zum Reflektieren mitgeben und vielleicht ist es auch schon der erste Impuls ein Stück weit dein eigenes Drehbuch umzuschreiben oder gewisse Narrative, die du über dich selber hast.
00:08:41: Also Geschichten zu verändern.
00:08:44: Denk mal an eine Herausforderung – das kann auch gerade eine aktuelle Herausforderung sein im Job-Kontext oder auch privat.
00:08:53: und welches Wort taucht auf?
00:08:56: Wenn du jetzt gerade an diese Herausforderungen denkst, geht es eher in Richtung «das kann ich nicht» Ich bin voll die Versagerin oder ich bin nicht gut genug.
00:09:09: Oder geht es eher in Richtung... Ich habe die Lösung noch nicht, ich bin jetzt Suchende, Lernende.
00:09:17: also was taucht auf?
00:09:21: Gerade wenn das eher eine negative Stimme ist oder ein negatives Wording, was auftaucht?
00:09:31: überlegt ihr mal Wessen Stimme ist das eigentlich?
00:09:35: Klingt das wirklich nach dir oder klingt es nach jemandem aus deiner Vergangenheit.
00:09:40: Ist es ein Satz, den man dir immer wieder gesagt hat – egal von wem!
00:09:46: Jetzt denke, nehm die Haltung ein.
00:09:51: Was wäre möglich wenn diese Geschichte nur eine Möglichkeit ist?
00:09:57: Eine Option, eine Version doch nicht die Wahrheit.
00:10:02: Denn die Wahrkeit is so absolut Wenn du denkst, es ist die Wahrheit dann verändert sich nichts.
00:10:09: Und wenn du denkest okay das ist eine Option dass ich etwas nicht kann doch was gibt's noch für Optionen oder Erzählungen über mich selber und wenn du merkst du hast eine schwächende Erzählung über dich selber Dann kannst Du die jetzt genau hier und heute verändern.
00:10:31: Schreib jetzt dein Drehbuch um.
00:10:34: Vielleicht kannst du etwas Noch nicht, statt einfach nur Nicht.
00:10:39: Was könnte das sein?
00:10:41: Oder wenn du sagst ich kann mich halt nicht durchsetzen vielleicht kannst du dich in einer ganz bestimmten Situation nicht durchsetzen oder im Bezug auf eine bestimmte Person doch in anderen Situationen kannst du Dich durchsetzten.
00:10:57: hol dir mal diese Situation her Und dann überlegt dir, wie könntest du das was du kannst auch in dieser einen schwierigen Situation nutzen?
00:11:06: Welche Ressource gibt ihr damit eine Chance?
00:11:10: und fang an dein Drehbuch neu zu schreiben.
00:11:16: Und wähle ganz bewusst eine stärkende narrative Identität!
00:11:23: Wenn du sagst dass es super spannend und du möchtest noch mehr Schätze auch kennenlernen Dann kann ich dir sehr gerne mein Buch, das sich zusammen mit Gregor – mit meinem Mann geschrieben habe – ans Herzen legen.
00:11:37: Das Buch heißt «Finde deine Berufung», ist im Haufen Verlag erschienen und ich werde dir denn link dazu natürlich auch in die Schau-Nots reintun!
00:11:48: Und denk dran du kannst jederzeit mich als Mentorin, als Coach an deiner Seite holen um diese Narrative umzuschreiben.
00:12:01: Und jetzt wünsche ich dir einen wunderschönen Tag!
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